Voicing Resistance Festival (07.11.-07.12.2014)

Veröffentlicht am Sonntag, 16. November 2014 15:07
Geschrieben von AStA

Voicing Resistance: Festival mit internationalen KünstlerInnen zu Widerstand in Deutschland, Syrien, Ägypten, Griechenland, Iran, Marokko, Türkei, Ungarn und in der Ukraine

Studio Я: 7. November – 7. Dezember 2014 / Hinter dem Gießhaus 2 10117 Berlin

Mit Arbeiten von:

Zentrum für politische Schönheit (Berlin), Nicoleta Esinencu (Chișinău), Lola Arias (Buenos Aires), Taldans (Istanbul), Laila Soliman (Kairo), Mely Kiyak (Berlin), Wael Ali (Damaskus), Taoufiq Izzediou (Marrakesch), Bedirhan Dehmen (Istanbul), Marianna Salzmann (Berlin), Olga Grjasnowa (Berlin), András Dömötör (Budapest), Yuriy Gurzhy (Berlin), Zeyno Pekünlu (Istanbul), Amen Feizabadi (Berlin/ Teheran), Azin Feizabadi (Berlin / Teheran), Andriy May (Kiew), Kostis Kallivretakis (Berlin/Athen), Rot4Front (Berlin) , Projekt Guzu (Berlin), Hakan Vreskala (Istanbul), Mirko Borscht (Berlin), Katharina Kummer u.a.

Anlässlich des 25. Jahrestags des Mauerfalls lädt das Maxim Gorki Theater internationale KünstlerInnen ins Studio Я ein: Welche Widerstandserfahrungen haben sie in Ländern wie Syrien, Ägypten, der Ukraine oder der Türkei gemacht? Wie erzählen sie als KünstlerInnen von Unruhen und Umstürzen, von der Zeit danach? In rund 25 Veranstaltungen, in Theaterstücken, Performances, Diskussionen, in Tanz, Film und Workshops mit Jugendlichen beschäftigen sie sich mit heutigen und historischen Revolten. Wie kann man gerade bei aktuellen Umbrüchen und Umstürzen als KünstlerIn einen eigenen Blickwinkel auf das unmittelbar Geschehende finden? Häufig greifen die KünstlerInnen bei der persönlichen Auseinandersetzung mit heutigen Konflikten auf eine geschichtliche Perspektive zurück. Voicing Resistance schlägt eine Brücke von aktuellen Widerstandserfahrungen in die Vergangenheit und verweist von der friedlichen Revolution in Deutschland vor 25 Jahren auf gegenwärtige Umbrüche in der Welt.

Eröffnet wird das Festival am 7.11. mit derspektakulären Aktion Die Verwundeten des Zentrums für politische Schönheit. Jahrzehnte nach dem Mauerfall beschäftigen sich die KünstlerInnen dabei mit den neuen Mauern, die Europa fest um sich zieht (mehr Informationen dazu ab 3.11. auf gorki.de). Von neuen Grenzen erzählt auch die moldauische Dramatikerin Nicoleta Esinencu. In ihrem aufsehenerregenden Stück FUCK YOU, Eu.ro.pa !(Regie: Katharina Kummer) und in Odessa Transfer(Regie: András Dömötör)geht es um den Zerfall ihres Landes in der postsowjetischen Ära, sowie die territorialen und ethnischen Konflikte, die nach dem Mauerfall ausbrachen und neue Grenzen errichteten.

Die argentinische Regisseurin Lola Arias hingegen konzentriert sich ganz auf den Moment des Mauerfalls: Die legendären Fernsehbilder vom 9.November 89 erfahren in ihrer Arbeit eine drastische Erneuerung. Exakt 25 Jahre später lädt die Künstlerin Zuschauer und Passanten ein, einen Tag lang in einem improvisierten Fernsehstudio im Studio Я die Fernseh-Bilder nachzustellen oder dem Massen-Reenactment zuzusehen. Audition for a Demonstration findet zum historischen Datum am 9.11. von 16 bis 23 Uhr statt.

Viele KünstlerInnen, die sich mit heutigen Umbrüchen beschäftigen, suchen eine historische Perspektive: Laila Soliman stellt mit zwei Schauspielerinnen in der Performance Hawa Elhorreya/ Whims of Freedom den aktuellen Umstürzen in Ägypten die historischen Umbrüche von 1919 gegenüber. Mit dokumentarischem Material von damals, mit alten Grammophonplatten und Liedern von vor 100 Jahren versuchen sie die gegenwärtige Revolution im Licht einer vergangenen zu erkunden. Der syrische Regisseur Wael Ali erzählt vom Leben des Musikers Hassan Abdurrahman, der in den 80er Jahren unter Hafis al Assad acht Jahre lang inhaftiert war. Die Arbeit You know I do not remember? verbindet Video-Interviewausschnitte des Musikers mit der Performance des Schauspielers Ayham Majid Agha als Interviewer, der so die Erinnerung neu befragt: eine Auseinandersetzung mit einer über Generationen währenden Diktatur in Syrien. Die Publizistin Mely Kiyak verarbeitet in ihrem ersten Theaterstück ihre Erfahrungen als Augenzeugin der Proteste in der Türkei. In ihrem Stück Aufstand reflektiert ein kurdischer Künstler sein Leben in der Türkei, bis er selbst aufsteht und den Aufstand probt. Regisseur András Dömötör hat den Monolog mit Gorki-Schauspieler Mehmet Yılmaz inszeniert.

Neben Theater und Performance präsentiert das Festival auch etliche Tanz-Produktionen, darunter Rêv’illusion von Taoufiq Izzediou, einem der führenden Künstler des zeitgenössischen Tanzes in Marokko. Er präsentiert einen bewegenden, tänzerischen Kommentar auf den arabischen Frühling und die Frage ob Revolution eher Traum und Illusion ist.

Weitere Szenische Einrichtungen, Performances, Podiumsdiskussionen, Filmpräsentationen und Workshops finden Sie im Programmheft zu Voicing Resistance.

Die Informationen zu den weiteren Produktionen finden Sie auch unter: http://www.gorki.de/spielplan/themen/voicing-resistance/

Voicing Resistance wir gefördert aus Mitteln des Hauptstadtkulturfonds

Karten (5-10 Euro) erhältlich unter: www.gorki.de oder Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, Kartentelefon: 030 20221-115