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AStA Kino - kleine Germanen

  Liebe Alle,

letzten Monat ist eine Film in die Kinos gekommen, der sich mit den Kontinuitäten der NS-Pädagogik und Erziehungsvorstellungen von Rechtsextremen auseinandersetzt. Allerdings ohne die Aussagen der Protagonist*innen (Martin Sellner, Ellen Kositza, Götz Kubitschek u.A.) einzuordnen. Wir finden das problematisch, wollten den Film aber trotzdem sehen. Da das mit reflektierten, kritischen Personen in einem geschützten Raum immer noch am wenigsten schlimm ist, haben wir uns als AStA entschieden, den Film gemeinsam zu schauen. Ihr seid herzlich eingeladen, euch uns anzuschließen!

Am Mittwoch, den 10.7. (Blockwoche) um 18 Uhr 

b!ware Ladenkino, Gärtnerstr. 19, nähe Boxi / Samariterstr. (F-hain)

Es werden Spenden gesammelt, also nehmt ordentlich Kleingeld mit, ist für ne gute Sache :)

Wichtig wär, dass ihr euch unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder meiner Mailadresse anmeldet, damit wir nen Überblick haben. Ab 1. Juli könnt ihr auch externen Leuten Bescheid sagen, vorher würden wir erstmal ASH Studis den Vortritt lassen.

Nach dem Film können wir uns gemeinsam darüber austauschen, z.B. im Rahmen eines Kneipenbesuches. #psychohygiene und so.

Solidarische Grüße

Engagiert euch!

 

Aktionstag Gender Studies am 18.12.2018

Stellungnahme des AStA Queer Referates aufgrund der immer wiederkehrenden massiven, rechts-konservativen Angriffe gegen Personen und Institutionen im Feld der Gender Studies. Wenn staatlich geförderte Wissensbildung innovativ sein soll, müssen kritische Denk- und Handlungsräume für geschlechterreflektierte Forschungen ermöglicht werden und erhalten bleiben.

 

Denken bedeutet den Rückzug aus dem Alltagsgeschäft“ (Hannah Arendt)

 

Die Hochschulen dürfen nicht nur das Denken im Blick haben, welches sofort zur Produktion führt, dass sofort und sichtbar „verwertbar“ ist. Hochschulen sollen vielmehr auch dem freien Denken, dem Hinterfragen von Gegebenheiten - Raum geben. Dies bedeutet, dass gegebene Verhältnisse hinterfragt und Veränderung angestoßen werden können. Dem Denken muss gegenüber dem Tun damit Schaffungsberechtigung zugesprochen werden. Die Geschlechter*forschung steht als Beispiel für einen stetigen sozialwissenschaftlichen Dekonstruktions- und Reflektionsprozess. Dieser beinhaltet gesellschaftliche Widersprüche, Widerstände und Irritationen. Ungleichheitssysteme werden erst durch diese Reflektionen be_nennbar und sichtbar, z.B. geschlechtsdiskriminierende und (alltags-)rassistische Systeme. Erst mit Hilfe der Geschlechter*forschung wurde das System der Heteronormativität und die durch sie entstehenden Abhängigkeiten zwischen Individuen/Identitäten und ihre Beziehungsformen sichtbar. Diese Forschung erfordert sowohl interdependentes als auch intersektionales Denken. Gender Studies nehmen „Geschlecht“ als spezifischen sozialen Faktor in den Blick, sowie die Verschränkung mit anderen sozialen Faktoren. Sie sind somit ein fester Bestandteil im Verbund der Sozialwissenschaften. Durch die Geschlechter*forschung wird der wissenschaftliche Dialog, sei er schriftlich oder mündlich, über soziale Geschlechter*vielfalten ermöglicht. Dies beinhaltet auch ein Nachdenken über die Zuschreibungen und Herkunftsabhängigkeiten von Begriffen.

 

Die Alice Salomon Hochschule führt die geschlechtssensible Forschung ihrer Namensgeber*in fort. Neben der Unterstützung der Gender Studies als Lehre, hat die Geschlechter*forschung auch Auswirkungen auf die räumliche Gestaltung der Hochschule. Gender*sensibilisierung heißt auch, diskriminierungssensible Räume zu schaffen. Dies beinhaltet die Schaffung von Toilettenräumen - die allen Geschlechtern zugänglich sind, die Ermöglichung einer Personenstands- und Namensänderungen - mit Hilfe eines Ergänzungsausweises, Forschungsprojekten zu LGBTIQ* im Alter oder Module wie zum Beispiel ‚Feministische Mädchen*arbeit‘. Die Vielfalt von Bildung und Inklusion muss erhalten bleiben und ausgebaut werden. Denn der gesellschaftliche Wandel wird auch von Absolvent*innen der Alice Salomon Hochschule begleitet und gestaltet. Die Grundlage dafür bilden heterogene Einflüsse in der Bildung und Forschung, in Handlungen, Methoden und Inhalten und deren aktive und politisch-kritisch Hinterfragung.

 

Wir stehen solidarisch und mitfühlend mit geschlechterforschenden Sozialwissenschaftler*innen in Deutschland und anderen Ländern, wo kritische Reflektion aufgrund politischer Einflussnahmen erschwert oder verunmöglicht wird. Wir kritisieren scharf die vereinfachende, ungleichheitsschaffende politische Agenda gegenüber Wissenschaft und Forschung der Gender Studies, die vor allem in rechts-konservativen Kreisen vorangetrieben wird. Gender Studies, wie auch die Rassismusforschung, werden von denen, die antidemokratische Sprach- und Handlungsmacht als gesellschaftliches Druckmittel verwenden, als Feindbilder konstruiert. Was sich dahinter verbirgt: Macht- und Gewalt-Verhältnisse sollen nicht hinterfragt und schon gar nicht verändert werden. Dies schadet einer pluralistischen Gesellschaftsbildung und Ausdifferenzierung von Abhängigkeiten, Beziehungen, Geschlechter* und Lebensformen, und Lebenswelten. Wir setzen uns dafür ein, dass es in Deutschland freie und kritische Forschung und Lehre zu Gesellschaft, Geschlecht* und Machtverhältnissen auch in Zukunft geben wird. Denn nur so kann der Weg zu einer Gesellschaft bereitet werden, in der alle Menschen teilhaben können.

 

AStA Queer Referat
Michelle, Samuel