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Das nächste Finanzplenum findet erst wieder im neuen Semester im gemütlichen Asta-Raum (013) statt. Wir wünschen
eine schöne vorlesungsfreie Zeit. Euer AStA
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9.6. - Vortrag zu Erziehungswissenschaften im NS
Aktualisiert (27. Mai 2010)
„Mythos und Pathos statt Logos und Ethos"
Vortrag zu den Publikationen führender Erziehungswissenschaftler in der NS-Zeit - Eduard Spranger, Herman Nohl, Erich Weniger und Peter Petersen
Referent und Autor: Dr. habil. Benjamin Ortmeyer (Goethe-Universität Frankfurt am Main - Fachbereich Erziehungswissenschaften)
Mittwoch, 9.6.2010 - 15Uhr - Raum 116
Die vier Erziehungswissenschaftler Eduard Spranger, Herman Nohl, Erich Weniger und Peter Petersen werden noch heute als „Säulenheilige der Disziplin", ja als „Klassiker der Pädagogik" bezeichnet. Benjamin Ortmeyer wird im auf seiner Habilitationsschrift beruhenden Vortrag zeigen, dass die genannten Erziehungswissenschaftler - alle nicht Mitglieder der NSDAP – trotz unterschiedlicher theoretischer Ansätze, die in der Weimarer Republik entworfen wurden, auf der Basis von Irrationalität, völkischem Nationalismus, Militarismus und Varianten des Rassismus und Antisemitismus ausdrücklich nicht nur NS-Jargon in ihren Publikationen zwischen 1933 und 1945 verwendet haben, sondern trotz dieser oder jener Einwande auch die Politik des NS-Regimes unterstützten.
Durch die chronologische und systematische Darstellung der Grundschriften, der Publikationen in der NS-Zeit und der Publikationen nach 1945 wird die Ersetzung von Logos und Ethos durch Mythos und Pathos im Einzelnen nachgewiesen. Die Verharmlosung des NS-Regimes in den Jahren nach 1945 durch Spranger, Nohl, Weniger und Petersen wirkt bis heute in Erziehungswissenschaft und Pädagogik.
Benjamin Ortmeyer, geboren 1952 in Kiel, war von 1975 bis 2003 Lehrer für Mathematik, Sozialkunde und Musik in Frankfurt am Main. 1991 erschien von ihm das Buch "Argumente gegen das Deutschlandlied". 1994 gab er das Buch "Berichte gegen Vergessen und Verdrängen - Der Weg zur Schule war eine tägliche Qual" heraus. 1996 erschien das Taschenbuch "Schulzeit unterm Hitlerbild". In gleichen Jahr erhielt er den Heinz-Galinski-Preis der Jüdischen Gemeinde Berlin. Ebenfalls 1996 erschien das kommentierte Liederbuch "Jiddische Lieder gegen die Nazis". 1998 promovierte er in Heidelberg mit der Arbeit "Schicksale jüdischer Schülerinnen und Schüler in der NS-Zeit - Leerstellen deutscher Erziehungswissenschaft? Bundesrepublikanische Erziehungswissenschaften (1945/49 - 1995) und die Erforschung der nazistischen Schule". Seit 2003 ist Benjamin Ortmeyer pädagogischer Mitarbeiter an der J. W. Goethe-Universität in Frankfurt/M im Fachbereich Erziehungswissenschaft. 2005 Beginn des Forschungsprojektes "ad fontes", aus dem die Habilitationsschrift "Mythos und Pathos statt Logos und Ethos" entstanden ist. Seit 2009 Privatdozent am Fachbereich Erziehungswissenschaften der Goethe Universität Frankfurt am Main.
Mittwoch, 9.6.2010 - 15Uhr - Raum 116
Alice-Salomon-Hochschule Berlin
Verwiesen sei an dieser Stelle ebenfalls auf folgende Veranstaltung mit Ortmeyer am Abend des 9.6. in der HU:
Der Judenhass und die "großen Deutschen"
Diskussionsveranstaltung
mit Dr. habil. Benjamin Ortmeyer von der Goethe-Universität Frankfurt/Main
An Universitäten, im Feuilleton und darüber hinaus beziehen sich heute noch viele auf “große Deutsche” wie Luther, Kant, Fichte, Hegel, Wagner u. a. Die antisemitischen Momente oder Grundausrichtungen in deren Werken werden dabei oft verschwiegen, relativiert oder geleugnet.
Auch an der heutigen Humboldt-Universität, deren erster gewählter Rektor Johann Gottlieb Fichte war, findet keine kritische Aufarbeitung dieses konstituierenden Kapitels der Universitätsgeschichte statt. Dabei war gerade auch der Antisemitismus der deutschen Dichter und Denker vor dem 20. Jahrhundert Bestandteil des geistigen Nährbodens der Nazi-Ideologie, die sich im Mai 1933 bei der Bücherverbrennung auf dem Bebelplatz so symbolträchtig äußerte.
9. Juni 2010, 19 Uhr, HU Berlin, Unter den Linden 6, Westflügel, Raum 1070, U/S Friedrichstraße
www.jab.antifa.de

